Frau sitzt vor einer Wand in gelb darauf steht Checkliste und es gibt Quadrate, die teilweise mit Haken versehen sind
Checkliste Domain Compliance

Checkliste Website rechtssicher machen: 15 Tipps für den sorgenfreien Internetauftritt

Eine rechtssichere Website zu betreiben, ist kein Hexenwerk, erfordert jedoch Kenntnisse und die Beachtung bestimmter Regeln. Dieser Artikel bietet Ihnen eine praktische Checkliste mit kompakten Tipps, um Ihre Website rechtssicher zu gestalten und sich vor rechtlichen Fallstricken zu schützen.

Die eigene Website ist für Unternehmen im digitalen Zeitalter unverzichtbar. Wer nicht im Web präsent ist, ist auch geschäftlich praktisch unsichtbar. Die Website ist Aushängeschild, Motor für Kundenbeziehungen und oft auch die Plattform, über die Geschäfte abgewickelt werden. Zudem steht die Website samt URL weltweit für die eigene Marke. Die Website rechtssicher machen ost daher ein wichtiger Beitrag zum Schutz der eigenen Marke. auch als Brand Protection oder Markenschutz bekannt. Für den eigenen Webauftritt gibt es heute viele Lösungen, die bei der Gestaltung einer Website helfen – jedoch ist dies nur der halbe Job: Mit der Online-Präsenz kommen auch rechtliche Herausforderungen auf den Betreiber zu. Folgende sollten Sie als Website-Betreiber kennen, beachten und mit unseren Tipps in die Praxis umsetzen:

1. Domainregistrierung: Schutz Ihrer Marke

Bevor Sie eine Domain registrieren, stellen Sie sicher, dass keine Marken- oder Namensrechte Dritter verletzt werden. Verfügbarkeit allein reicht nicht. „Domain Markenschutz“ ist hier das Stichwort. Nutzen Sie hierfür Recherche-Tools wie unseren Domain-Check. Beachten Sie, dass dies besonders bei internationalen Webseiten von Bedeutung ist.

So gehen Sie vor

  1. Wunsch-Domain checken (z.B. für .de-Domains über denic.de oder den Domain-Check von United Internet)
  2. Marken prüfen: Beim Deutschen Patent- und Markenamt (www.dpma.de)
  3. Nicht registrierte Unternehmensnamen: über Suchmaschinen und nutzen Sie das Handelsregister

2. Impressum wichtig zum Website rechtssicher machen: Klare Identifizierung

Jede geschäftliche Website benötigt ein Impressum. Dieses muss leicht auffindbar sein und bestimmte Pflichtangaben gemäß § 5 Telemediengesetz enthalten. Das stellt sicher, dass Nutzer und Behörden eine Möglichkeit haben, den Betreiber oder Verantwortlichen einer Webseite zu kontaktieren.

Beispiele für die Pflichtangaben:

Beispiele für die Pflichtangaben
Art der Angabe

Name

Rechtsform

Vertretungsberechtigte Person(en)

Ladungsfähige Anschrift

Kontaktdaten

Angaben zum Register

Umsatzsteuer-Identifikations-Nummer

Berufsaufsichtsbehörde

Berufsspezifische Informationen

Beispiel für die Angabe

Person, Firma, Unternehmensname

z.B. GbR, GmbH, AG

Vor- und Nachname

(kein Postfach nutzen)

Telefon, E-Mail

Amtsgericht und Nummer

(Wenn vorhanden)

Mit Adresse (Gewerbe mit Genehmigung)

Bei zulassungspflichtigen Berufen mit besonderer Qualifikation

3. Haftung und Disclaimer: Wissen, wo Ihre Verantwortung beginnt

Als Betreiber einer Website tragen Sie die Verantwortung für die Inhalte. Ein Disclaimer kann hierbei nützlich sein – primär bei Verlinkungen auf fremde Inhalte. Sinnvoll ist er, auch wenn der Seitenbetreiber keinen Einfluss auf die Inhalte hat, weil fremde Nutzer sie auf der Seite posten – Beispiel: Blogs oder Foren. Wichtig: Die Haftung lässt sich auch mit einem Disclaimer nicht pauschal ausschließen. Und ein fehlerhafter Disclaimer kann selbst ein rechtliches Risiko darstellen. Also im Zweifel eher weglassen, da er nicht Pflicht ist

4. Datenschutzerklärung: Transparenz ist Pflicht

Nach der DSGVO müssen Sie Nutzer über die Art, den Umfang und Zweck der Datenerhebung informieren. Die Datenschutzerklärung sollte separat vom Impressum, aber ebenso leicht zugänglich sein.

Die Erklärung sollte neben dem allgemeinen Datenschutzhinweis (mit der Kontaktperson bei Fragen zum Datenschutz) zu finden sein und Informationen enthalten, wie:

  • Verwendung der Kundendaten, außerhalb der Bearbeitung von Kundenanfragen (z.B. bei Werbung)
  • Umgang mit Cookies
  • Einbindung von Social Media Buttons
   Tipp

Die Datenschutzerklärung ist keine Pflicht im Impressum und kann an anderer Stelle platziert werden – aber immer leicht auffindbar.

5. Umgang mit fremden Inhalten: Urheberrechte respektieren

Seien Sie vorsichtig bei der Nutzung fremder Inhalte. Für die Verwendung von Texten, Bildern oder Videos benötigen Sie die Einwilligung des Urhebers. Verletzungen können teure Abmahnungen zur Folge haben.

Checken Sie Rechte von:

✅ Medien wie Bildern und Fotos

✅ Abbildungen von Personen

✅ Logos, Marken

✅ Karten und Stadtplänen

✅ eingebetteten Inhalten

6. Preisangaben: Transparenz für Ihre Kunden

Bei der Bewerbung von Produkten oder Dienstleistungen gilt ebenfalls die Regel: 100 Prozent Transparenz! So müssen Sie den Gesamtpreis inklusive aller Nebenkosten und Steuern angeben. Auch Informationen zu Versandkosten und Grundpreisen gehören dazu.

Checkliste

✅ inkludierte Mehrwertsteuer (inkl. MwSt.)

✅ Versandkosten

✅ Grundpreis bei bestimmten Produkten nach Gewicht, pro Liter usw.

7. AGB und Widerrufsbelehrung: Klarheit im E-Commerce

Für Online-Shops sind Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) und eine korrekte Widerrufsbelehrung unerlässlich. Diese sollten leicht zugänglich und verständlich formuliert sein.

8. Social Media-Buttons: Datenschutz beachten

Der Einsatz von Social Media-Buttons muss datenschutzrechtlich abgesichert sein. Nutzen Sie datenschutzfreundliche Lösungen, wie das Worpress-Plugin Shariff Wrapper oder die Shariff Ressourcen auf Github.

9. Influencer-Marketing: Werbung klar kennzeichnen

In vielen Ländern, einschließlich Deutschland, ist es gesetzlich vorgeschrieben, Werbung als solche zu kennzeichnen. Bei Verstößen gegen diese Vorschriften können hohe Geldstrafen verhängt werden. Auch bezahlte Werbung durch Influencer muss als solche erkennbar sein. Achten Sie auf eine klare Kennzeichnung, um Abmahnungen und möglichen Strafen aus dem Weg zu gehen.

10. Newsletter und E-Mail-Werbung: Einwilligung ist alles

Gemäß der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und anderen Datenschutzgesetzen ist die Einwilligung des Empfängers erforderlich, um Marketing-E-Mails zu versenden. Wollen Sie Newsletter oder Werbe-E-Mails als Marketing-Instrument nutzen, benötigen Sie also die ausdrückliche Einwilligung der Empfänger. Nutzen Sie hierfür das Double-Opt-In-Verfahren. Dieses schützt die Kunden vor Spam.

11. Embedding, Framing und Hyperlinks: Urheberrecht beachten

Beim Einbinden fremder Inhalte durch Embedding oder Framing sowie beim Setzen von Hyperlinks müssen Sie Urheberrechte beachten und sicherstellen, dass die Inhalte rechtmäßig veröffentlicht wurden.

12. Streaming: Legalität überprüfen um Website rechtssicher zu machen

Achten Sie darauf, dass Streams auf Ihrer Website legal sind. Sowohl das Anbieten als auch das Konsumieren illegaler Streams kann strafbar sein.

13. Domain Monitoring: Proaktiver Schutz Ihrer Online-Identität

Das Überwachen Ihrer Domain-Namen ist ein entscheidender Schritt, um Ihre Marke und Ihre Kunden vor Cybersquatting und Phishing-Versuchen zu schützen. „Domain Monitoring“ dient dazu, rechtzeitig auf unerlaubte Registrierungen von Domain-Namen aufmerksam zu werden, die Ihrer Marke ähneln oder diese missbräuchlich verwenden. Dies kann beispielsweise durch regelmäßige Überprüfungen von Domainregistrierungen oder durch automatisierte Monitoring-Dienste erfolgen.

Unser Angebot: Domain Monitoring ab 32,50€

Wussten Sie, dass zu unseren Dienstleistungen auch ein professionelles Domain Monitoring gehört? Nein? Das Überwachungssystem für Domains identifiziert potenziell schädliche Domainregistrierungen, die für betrügerische Aktivitäten wie Phishing, die Verbreitung von Spam oder den Handel mit gefälschten Produkten durch nachgeahmte Online-Shops eingesetzt werden könnten.

Zum Domain Monitoring

14. Vorbereitung auf Cybersquatting – und Notfallplan für rechtssichere Website

Cybersquatting, das Registrieren von Domain-Namen, die bekannte Markennamen nachahmen oder nutzen, ist eine reale Bedrohung für Markeninhaber. In den letzten Jahren hat die Zahl dieser Angriffe rapide zugenommen.

Um sich davor zu schützen, ist es wichtig, einen Plan zu haben. Dieser sollte Maßnahmen beinhalten, wie man vorgeht, wenn eine Verletzung festgestellt wird. Dazu gehören rechtliche Schritte, wie die Kontaktaufnahme mit dem Domaininhaber, die Nutzung von Streitbeilegungsverfahren (wie UDRP = Uniform Domain-Name Dispute-Resolution Policy) oder gerichtliche Maßnahmen. Sobald eine potenziell verletzende Domain im Monitoring identifiziert wird, ist schnelles Handeln gefragt. Dies kann von einer freundlichen Bitte um Übertragung der Domain bis hin zu rechtlichen Schritten reichen. Es ist auch wichtig, die Kunden über solche Phishing-Versuche zu informieren und aufzuklären, wie sie echte Kommunikation von Ihrer Marke erkennen können.

Ein kompakter Notfallplan gegen Cybersquatting

  1. Prävention:
    • Registrieren Sie ähnliche Domains und gängige Tippfehler.
    • Überwachen Sie neue Registrierungen aktiv.
  2. Entdeckung:
    • Nutzen Sie Überwachungstools wie unsere Lösung für Domain Monitoring, um imitierende Domains zu identifizieren.
  3. Bewertung:
    • Dokumentieren Sie die Nutzung der Domain und potenziellen Schaden.
  4. Reaktion:
    • Kontaktieren Sie den Domaininhaber für eine gütliche Lösung.
    • Sollte dies scheitern, rechtliche Schritte prüfen. Sie können den Rechtsweg über Domain-Rückforderungen oder Schadenersatzforderungen gegen Cybersquatter einleiten.
  5. Kommunikation:
    • Informieren Sie Stakeholder und Kunden über die Situation.
  6. Überprüfung:
    • Passen Sie nach der Lösung des Falls Ihre Präventionsstrategien an.
   Tipp

United Domains stellt Ihnen in Kooperation mit einer renommierten Spezialanwaltskanzlei ein umfangreiches Angebot mit vielen Festpreisen zur Verfügung insofern Sie bereits Probleme haben und im Zugzwang sind. Jetzt hier über das Angebot informieren.

15. Keyword-Nutzung: Vorsicht bei fremden Markennamen

Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist wichtig für den Erfolg der Website. Die Verwendung fremder Markennamen als Keywords oder Metatags, um den Traffic zu steigern, ist jedoch kein guter Tipp, weil rechtlich heikel. Nicht geeignet um Ihre Website rechtssicher zu machen. Brand Protection und „Domain Monitoring“ sind hier wichtige Leitmotive, um keine Fehler zu begehen.

Fazit: Die rechtssichere Website ist ein Aufwand, der sich auf jeden Fall lohnt

Eine rechtssichere Website zu betreiben, ist in der heutigen digitalen Ära nicht nur eine Frage der Compliance, sondern sichert die digitale Identität und den langfristigen Geschäftserfolg. Angesichts der zunehmenden Bedrohungen durch Cyberkriminalität, ist es unerlässlich, proaktive Maßnahmen zu ergreifen, um sowohl die eigene Online-Präsenz als auch die Daten der Nutzer zu schützen.

Cybersquatting stellt dabei eine besondere Bedrohung dar. Die rechtliche Absicherung einer Website geht jedoch über die Verhinderung von Cybersquatting hinaus. Sie beinhaltet auch den Schutz vor Urheberrechtsverletzungen, die Einhaltung von Datenschutzvorschriften und die Implementierung sicherer Zahlungssysteme, um nur einige Aspekte zu nennen. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, dass Unternehmen in die Sicherheit und Rechtskonformität ihrer Websites investieren. Dies umfasst regelmäßige Sicherheitsaudits und die Überwachung der Domain-Registrierungen. Die Wahl eines vertrauenswürdigen Partners beim Hosting und Registrierung der Website ist ein erster, wichtiger Schritt in diese Richtung.

Live Event Markenschutz am 6. März 2024

Die Methoden des Markenmissbrauchs reichen von Phishing-Websites und Phishing-E-Mails bis zu Online-Betrug und Cybersquatting. Für die betroffenen Unternehmen kann das im schlimmsten Fall Reputationsschaden, Verlust des Kundenvertrauens und entgangene Gewinne bedeuten.

Darauf können Sie gut verzichten, 0der? Melden Sie sich jetzt zu unserer nächsten kostenfreien Online Live Session am 6. März um 11 Uhr an – mit Rechtsanwalt und Markenschutzexperten Peter Müller. Lernen Sie, Ihre Marke auf Domainebene rechtssicher aufzustellen.

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