Welche Domainnamen nutzen die spannendsten Web3-Unternehmen?

Web3 ist ein Überbegriff für verschiedenste Unternehmen und Projekte auf Basis der Blockchain-Technologie – vom NFT-Marktplatz Opensea bis zur Kryptowährungsplattform Binance. Auch bei Domains sorgt Web3 für neue Trends. Einer davon sind sogenannte Blockchain-Domains, über die wir in früheren Blogbeiträgen geschrieben haben.

Frage 1: Nutzen Web3-Unternehmen für ihre Webpräsenz Blockchain-Domains?

Klare Antwort: Auch Web3-Unternehmen nutzen für ihre Internetseiten in erster Linie Domains aus dem etablierten Domain Name System (DNS), nicht Blockchain-Domains.

Um Internetseiten aufzurufen, ist und bleibt das etablierte Domain Name System (DNS) nämlich vorerst der absolute Standard. Vor allem deswegen, weil die Browser mit dem höchsten Marktanteil den Aufruf von Internetseiten über Blockchain-Domains bisher nicht unterstützen – zumindest nicht, ohne dass dafür eine Browser Extension installiert wird. Mit dem Programm Brave existiert zwar ein Browser, der Blockchain-Domains auflösen kann. Aber solange Google dies für seinen Chrome-Browser (über 60% Marktanteil weltweit, fast 50% in Deutschland; Quelle: https://gs.statcounter.com/browser-market-share/all/) nicht ermöglicht, ist es unwahrscheinlich, dass Blockchain-Domains relevant für Internetseiten werden. Eine weitere Herausforderung ist, dass das Laden von dezentral gespeichertem Web Content (beispielsweise über das sogenannte InterPlanetary File System IPFS) aus technischen Gründen noch deutlich länger als bei zentral gehostetem Content dauert.

Beispiel Unstoppable Domains: Das Unternehmen aus San Francisco ist einer der Top3-Anbieter von Blockchain-Domains, darunter beispielsweise solchen unter der Endung „.crypto“. Zwar existieren Internetseiten, die über „.crypto“ aufgerufen werden können (sofern der Browser dazu fähig ist), wie beispielsweise „kyber.crypto“ oder „timdraper.crypto“. Allerdings laden diese langsam und sind meist sehr einfach gehalten. Entsprechend nutzt Unstoppable Domains für sich selbst vor allem eine klassische „.com“-Domain. Beim Aufruf von „unstoppabledomains.crypto“ wird der User auf die DNS-Hauptdomain „unstoppabledomains.com“ weitergeleitet.

Beispiel Ether Name Service (ENS), ein weiterer Top3 Anbieter von Blockchain-Domain: ENS vergibt Domains unter der Endung „.eth“. Auch dieser Anbieter nutzt für die eigene Präsenz aber in erster Linie Domains aus dem klassischen DNS. Ruft man statt der DNS-Hauptdomain „ens.domains“ die Blockchain-Domain „ens.eth“ auf, wird der Nutzer weitergeleitet zu einer DNS-Domain, indem die  Auflösung über die DNS-Endung „.link“ stattfindet (ENS selbst beschreibt dies folgendermaßen: „Because .eth is not a registered DNS top-level domain it is normally inaccessible from DNS, but by appending .link to the domain the relevant information can be obtained. For example, a DNS A record request for mydomain.eth.link would look up the A records in ENS for mydomain.eth“)

Auch die Internetseiten vieler andere Unternehmen aus dem web3/Krypto-Umfeld sind nicht über Blockchain-Domainendungen erreichbar oder nutzen diese zumindest nicht als Hauptdomain. Beispielweise sind die Internetseiten des NFT-Marktplatzes Opensea und der Kryptowährungsplattform Binance nicht über „.eth“  oder „.crypto“ erreichbar, obwohl Opensea in seinem Marktplatz immerhin 1,8 Mio. ENS-Domains und knapp 320.000 Unstoppable Domains im Angebot mit Stand Anfang August 2022 hat. Der Wagniskapitalgeber a16z, der einen 4,5 Milliarden schweren Kryptofund aufgesetzt hat, leitet „a16z.eth“ (bzw. „a16z.eth.link“) auf „a16zcrypto.com“ um.

Frage 2: Welche Domainendungen sind bei Web3-Unternehmen am beliebtesten?

Auch hier klare Antwort: „.com“ scheint vorerst die beliebteste Endung zu bleiben, zieht man Schlüsse aus den Hauptdomains der Top50 Unicorns im Umfeld von Web3 (Unternehmen mit einer Bewertung von mehr als 1 Mrd. US Dollar).

Platz 1: „.com“

Von den Top50 Web3-Unicorns nutzen 29 die „.com“ als ihre Hauptdomain. Beispiele sind die Kryptowährungs-Marktplätze GEMINI und KuCoin oder die Web3-Spielehersteller amimocabrands und Dapper Labs. Weitere 3 von 50 nutzen „.co“ als Endung, eine auch sonst oft gewählte Alternative zu „.com“.

Platz 2: „.io“

Die zweitmeist gewählte Endung mit 6 Unternehmen ist „.io“, eigentlich die Länderendung des Britischen Territoriums im Indischen Ozean, aber von Technologieunternehmen oft gewählt, weil der Begriff auch für das technikbesetzte Input/Output stehen kann. Beispiele sind der NFT-Marktplatz Opensea und der Technologiedienstleister Amber Group.

Platz 3: „.network“

Insgesamt 4 Unternehmen nutzen diese Endung für ihre Hauptdomain. Beispiele sind die Technologieanbieter Axelar und LayerZero Labs.

Weitere Endungen

Neben „.network“ (siehe oben) tauchen vereinzelt unter den Top50 Unicorns auch weitere sogenannte new gTLD-Endungen wie „.technology“, „.finance“, und „.app“ auf.  

Natürlich handelt es sich bei den oben genannten Domains nur um die Hauptdomains dieser Unternehmen. Generell gehen Web3-Unternehmen nicht anders vor als andere Unternehmen auch, indem sie neben ihren Hauptdomains viele zusätzliche DNS-Domainnamen registrieren, um für sie relevante Begriffe und Marken zu besetzen. Beispielsweise registrierte der oben genannte Web3-Spielehersteller Dapper Labs allein im April 2022 mindestens rund 400 Domains, darunter Namen mit den newgTLD-Endungen „.art“, „.global“, „.fun“ (Quelle: domain-recht.de).

Frage 3: Hat Web3 auch Einfluss auf das allgemeine Interesse an bestimmten Domainnamen?

Und wieder eine klare Antwort: Ja. Auch bei den sogenannten Second Level Domains, also den Begriffen vor der Endung, prägt Web3 aktuelle Domaintrends. Das zeigt sich beispielsweise bei einem Blick auf die meistgesuchten Suchbegriffen bei Sedo, dem führenden Marktplatz für Domains. Im Zeitraum Januar bis Juli 2022 war „nft“ in fünf von sieben Monaten auf Platz 1, in den anderen beiden Monaten auf Platz 2. Viermal tauchten sowohl „crypto“ als auch „meta“ unter den Top10 Suchbegriffen auf (Quelle: sedo.com).

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