Webserver: Definition und Funktionsweise

Damit Ihre Unternehmenswebsite funktioniert, braucht es Webserver. Diese digitalen Vermittler nehmen Anfragen von Webbrowsern entgegen und liefern den angefragten Content wie Websites, Bilder oder Dateien an die Nutzer zurück. Ohne Webserver wären Websites nicht abrufbar und der Informationsaustausch im Internet nicht möglich. Webserver sind ein fundamentaler Bestandteil des digitalen Ökosystems, das sowohl für Unternehmen als auch für individuelle Nutzer unverzichtbar ist.

Was ist ein Webserver?

Ein Webserver ist im Grunde genommen eine Hardware bzw. Software, die in der Lage ist, Webinhalte wie Websites, Bilder, Videos oder Dateien über das Internet bereitzustellen.
Die Funktionsweise eines Webserver basiert auf dem Prinzip des Anfragen-Antworten-Modells oder auch Client-Server-Modells.

Wie funktioniert ein Webserver?

Wenn ein Nutzer eine Website besucht, sendet sein Webbrowser eine Anfrage an den Webserver, indem er nach bestimmten Dateien oder Inhalten fragt. Der Webserver empfängt diese Anfrage, interpretiert sie und sucht die angeforderten Dateien auf seinem Speichermedium. Anschließend sendet er die angeforderten Daten zurück an den Browser des Nutzers, der sie dann als vollständige Website oder Webinhalt angezeigt bekommt.

Dafür braucht es Protokolle wie HTTP (Hypertext Transfer Protocol) oder HTTPS (Hypertext Transfer Protocol Secure). HTTP ist das grundlegende Protokoll des World Wide Web, das die Übertragung von Daten zwischen einem Webserver und einem Webbrowser ermöglicht. Zudem sind bei diesem Prozess – Browseranfrage, die zur Übermittlung der Inhalte führt – weitere Akteure beteiligt.

Das gilt zum Beispiel für den DNS-Server, der die eingegebene Internetadresse in eine IP-Adresse umwandelt, mit welcher der Webserver die Inhalte letztlich finden kann. Außerdem können Websites CDN-Server verwenden, die dafür sorgen, dass die angeforderten Inhalte von einem möglichst nahen Server geladen werden. Das sorgt für höhere Geschwindigkeiten. In diesem Zuge werden auch Proxy Server für das Caching eingesetzt. Bereits gesuchte und geladene Inhalte werden gespeichert und sind so beim nächsten Mal noch schneller abrufbar.

Der Webserver kann dabei, wie bereits angedeutet, sowohl die Softwareseite also auch die Hardware-Komponenten beschreiben. Beschreibt man die Hardware-Seite, also den Computer, auf dem die Server-Software letztlich läuft, so spricht man eher vom Host, um die Begriffe klarer zu unterscheiden.

Webserver-Software

Wer einen eigenen Webserver implementieren möchte, findet online zahlreiche Programme, mit denen das gelingen kann. Selbstverständlich braucht es dafür das nötige technische Knowhow.

  • Nginx: Nginx ist eine Server-Software und dafür bekannt, eine große Anzahl von Anfragen gleichzeitig zu verarbeiten, was sie besonders für hoch frequentierte Websites oder Anwendungen attraktiv macht. Sie agiert effizient als Reverse Proxy und Load Balancer, was bedeutet, dass sie Anfragen an verschiedene Server weiterleiten und die Last auf diese Server verteilen kann.
  • Microsoft IIS: Die Internet Information Services (IIS) von Microsoft sind Windows-Webserver. Sie umfassen robuste Verwaltungstools, die Administratoren helfen, Websites und Dienste effizient zu konfigurieren und zu überwachen. Mit einem starken Fokus auf Sicherheit bieten die IIS solide Funktionen für die Authentifizierung, Autorisierung und Verschlüsselung von Datenübertragungen.
  • Apache: Als einer der ältesten und weitverbreitetsten Open-Source-Webserver ist Apache bekannt für seine Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Seine modulare Architektur ermöglicht Entwicklern, Funktionen nach Bedarf hinzuzufügen oder zu entfernen. Apache wird in verschiedenen Umgebungen eingesetzt und ist besonders beliebt für seine Vielseitigkeit auf verschiedenen Betriebssystemen.

Webserver vs. Webhosting vs. Webspace

Webserver, Webhosting und Webspace sind grundlegende Bestandteile des Online-Ökosystems, aber ihre Funktionen und Rollen unterscheiden sich. Ein Webserver ist im Wesentlichen die Software oder Hardware, die Anfragen von Webbrowsern empfängt und Webinhalte wie Websites oder Dateien bereitstellt. Er agiert als Vermittler zwischen dem Browser des Nutzers und den angeforderten Inhalten auf einem Server.

Im Gegensatz dazu bezieht sich Webserver-Hosting auf den Dienst, der es ermöglicht, diese Inhalte im Internet zugänglich zu machen. Ein Webhosting-Anbieter stellt Speicherplatz auf einem Server bereit, auf dem die Inhalte eines Kunden gehostet werden können. Dieser Service umfasst oft sowohl den Webserver als auch den bereitgestellten Speicherplatz (Webspace), um Websites oder andere digitale Inhalte online verfügbar zu machen.

Webspace wiederum ist der physische Speicherplatz auf einem Webserver, der für die Speicherung von Dateien, Websites, E-Mails und anderen Inhalten genutzt wird. Er wird als Teil des Webhosting-Dienstes bereitgestellt und bestimmt die Größe und Kapazität, die ein Nutzer für seine Webpräsenz verwenden kann.

Zusammengefasst: Der Webserver liefert die Inhalte, das Webhosting stellt die Plattform bereit (anders formuliert: Anbieter hosten Webserver) und der Webspace definiert den verfügbaren Speicherplatz für diese Inhalte.

Dezidierter vs. virtueller Server

Ein dedizierter Server ist ein physischer Server, der ausschließlich von einem einzelnen Kunden genutzt wird (das gilt zumindest für die vom Kunden gemieteten Ressourcen). Dieses Modell bietet maximale Kontrolle, Leistung und Anpassungsmöglichkeiten, ist aber auch kostspieliger und erfordert Fachkenntnisse für die Wartung und Verwaltung.

Ein virtueller Server (auch virtual webserver genannt) ist eine virtuelle Umgebung auf einem physischen Server, die mehreren Kunden als isolierte Serverinstanzen zur Verfügung steht. Jeder virtuelle Server hat seine eigenen dedizierten Ressourcen, wie CPU, RAM und Speicherplatz. Letztlich laufen auf einem physischen Server mehrere virtuelle Server. Die virtuellen Server sind allerdings untereinander getrennt und funktionieren jeder für sich wie ein eigener Server.

Managed Webserver

Große Unternehmen betreiben und kaufen nicht selten eigene Webserver, um Ihren Bedarf an Serverleistung – im Intra- wie im Internet – und Ihren Wunsch nach voller Kontrolle zu decken. Privatpersonen machen das eher selten, der Aufwand ist ohne umfassende IT-Kenntnisse zu hoch.

Für beiden Parteien heißt die mögliche Alternative Managed Webserver. Ein Managed Webserver ist eine Hosting-Lösung, bei der ein externer Dienstleister die Verwaltung und Wartung des Servers gegen eine monatliche Gebühr übernimmt. Dies umfasst regelmäßige Updates, Sicherheitspatches und die allgemeine Administration des Servers. Unternehmen profitieren von dieser Form des Hostings durch die Auslagerung technischer Aufgaben an Fachleute, was Zeit und interne Ressourcen spart. Die externe Betreuung gewährleistet eine professionelle Serververwaltung. Managed Webserver bieten zudem oft flexible Skalierungsoptionen, um den Ressourcenbedarf entsprechend den Unternehmensanforderungen anzupassen.

Häufig gestellte Fragen zum Webserver

 

Was ist der Unterschied zwischen einem Webserver und einem Hosting-Anbieter?

Ein Webserver ist eine Hardware (mit Software), die Anfragen von Webbrowsern entgegennimmt und Webinhalte bereitstellt. Ein Hosting-Anbieter hingegen ist ein Dienstleister, der Speicherplatz auf einem Server (und eventuell auch die Servernutzung selbst) zur Verfügung stellt, auf dem Webinhalte gehostet werden können.

Welche Rolle spielt der Webserver bei der Ladezeit einer Website?

Die Geschwindigkeit, mit der der Webserver Anfragen verarbeitet und Inhalte an die Webbrowser der Nutzer sendet, beeinflusst die Ladezeit erheblich. Ein effizient konfigurierter Webserver verkürzt die Ladezeiten in der Regel.

Was sind die wichtigsten Sicherheitsaspekte beim Betrieb eines Webserver?

Ein sicherer Webserver ist entscheidend für den Schutz von Daten, die Vermeidung von Cyberangriffen und die generelle Domain Security. Wichtige Sicherheitsaspekte umfassen regelmäßige Updates und Patches, starke Zugriffskontrollen, die Verwendung von SSL/TLS-Verschlüsselung, die Absicherung von Konfigurationsdateien sowie die Überwachung von Logdateien und die Implementierung von Firewall-Systemen, um unerwünschten Datenverkehr abzuwehren.


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