Soziale Netzwerke vs. eigene Domain

Sind Domains bald nutzlos?

Ob Unternehmen oder einzelne Nutzer – soziale Netzwerke erscheinen heute vielen als perfekte Lösung, um sich zu präsentieren und Informationen zu teilen. Werden also Facebook, YouTube und andere Anbieter die eigene Domain irgendwann ganz ersetzen?

Das macht soziale Netzwerke so attraktiv

Soziale Netzwerke boomen weiter. So stieg etwa die Anzahl der monatlich aktiven Facebook-Nutzer in den letzten Jahren kontinuierlich und lag im zweiten Quartal 2021 bei rund 2,9 Milliarden (Quelle: Statista). Eine Popularität, der sich auch der professionelle Sektor nicht verschließt. Im Gegenteil: Manch ein Unternehmen setzt inzwischen ausschließlich auf soziale Netzwerke. 

Was genau steckt hinter der Anziehungskraft von Anbietern wie Facebook, Instagram und YouTube? Eine große Rolle spielen die Erwartungen der Unternehmen und User, denn die Social-Media-Plattformen locken unter anderem mit diesen großen Versprechen: 

  • Großes Potenzial für Kundengewinnung und -bindung: Auf sozialen Netzwerken sind bereits Millionen von Menschen registriert. Diese werden automatisch zu Millionen potenzieller Kunden, die über das Netzwerk erreicht werden können.
  • Simple Content-Erstellung und -Verbreitung: Inhalte lassen sich auf den sozialen Netzwerken einfach erstellen und konsumieren. Zusätzlich verfügen die Plattformen häufig über mobile Apps – perfekt, um im Alltag einen Text oder ein Foto zu veröffentlichen und sofort die User zu erreichen. 
  • Mehr Reaktionen und Interaktion: Inhalte auf Facebook, Instagram, YouTube etc. erhalten schnell viele Reaktionen. Die User sind häufig permanent eingeloggt und auf soziale Interaktion aus.  
  • Niedrige Kosten bei Entwicklung und Wartung: Wer ein soziales Netzwerk nutzt, muss kein Geld investieren, um eine Website entwickeln zu lassen. Für den Online-Auftritt entstehen außerdem nur minimale Wartungskosten. 

Soziale Netzwerke: Diese Probleme sollten Sie kennen

Den genannten Vorteilen stehen viele Probleme und Gefahren gegenüber, denen Nutzer von sozialen Netzwerken ausgesetzt sind. Hier nur ein Ausschnitt:   

  • Fehlende Kontrolle über Rahmenbedingungen: Ein soziales Netzwerk kann jederzeit seine Algorithmen bezüglich der Informationsverteilung und -gewichtung ändern. Auch bislang kostenlose Leistungen können plötzlich kostenpflichtig werden. Konten können vom Anbieter der Social-Media-Plattform einfach gesperrt werden. Eine Entsperrung kann sehr schwierig und zeitaufwendig werden. Für Unternehmen kann dies die Existenz bedrohen. Eine weitere Unwägbarkeit: Wie lange wird es die jeweilige Plattform noch geben?
  • Manipulation: Benutzerkonten in sozialen Netzwerken sind beliebte Angriffsziele für Hacker. Konten können gehackt, manipuliert oder gelöscht werden. Auch die darauffolgende Kommunikation ist meistens schwierig, da viele Netzwerke im Ausland agieren. Ein Backup zu erstellen und zu einem späteren Zeitpunkt einzuspielen, ist ebenfalls mit Hürden verbunden. Eine Garantie auf Vollständigkeit der Daten gibt es nicht.      
  • Fehlende Unabhängigkeit bei Inhalten/Kontakten: Auf sozialen Netzwerken treten Sie häufig die Rechte an Inhalten, z. B. Bildern, ab. Auch beim Export von Kontakten sind Sie etwa nach einer Account-Löschung vollständig dem Wohlwollen des Anbieters ausgeliefert. Ein Umzug Ihrer kompletten Seite zu einem neuen Anbieter ist so gut wie unmöglich. 
  • Unübersichtliche Kosten: Auf längere Sicht sind viele soziale Netzwerke nicht kostenlos. Wollen Sie etwa bei Google, YouTube oder Facebook Ihre Sichtbarkeit erhöhen, müssen Sie dafür Geld zahlen. Bei Facebook wird sogar für die Verbreitung von Beiträgen an existierende Fans und Follower zur Kasse gebeten.
  • Begrenzte Suchmaschinenoptimierung (SEO): Soziale Netzwerke senden grundsätzlich Signale an die Suchalgorithmen von Google und anderer Suchmaschinen, etwa durch Teilen eines Beitrags oder Likes. Allerdings erschöpft sich das SEO-Potenzial danach recht schnell. Die Verwendung relevanter Suchbegriffe, die ein wichtiger Faktor bei der Nutzer-zentrierten Online-Suche sind, ist deutlich weniger effizient, als bei Inhalten, die in einer Domain eingebunden sind. Darüber hinaus minimieren sich auch die Chancen auf begehrte Featured Snippets, die dem User mit Detailinformationen auf Position 0 direkt ins Auge fallen. Denn: Um diese zu generieren, benötigen Artikel einen bestimmten Aufbau, der in Social-Posts nicht abzubilden ist. Weitere Performance-steigernde Parameter wie Metadaten können über soziale Netzwerken ebenfalls nur eingeschränkt ihre Wirkung entfalten.

Diese Vorteile bietet die eigene Domain

Die eigene Domain ist anbieterunabhängig und gewährleistet vor allem eines: volle Kontrolle. Ob Umzug und Übertrag Ihrer Domain oder Zusammenlegung kompletter Websites – kein Problem. Zu den weiteren Vorteilen gehören unter anderem:              

  • Rechtlicher Status & Datenschutz: Eine Domain besitzt einen eigentumsähnlichen Status und Sie als Inhaber sind in der Regel Herr über sämtliche damit verknüpfte Informationen. Der Datenschutz unter unterliegt weltweit verschiedenen gesetzlichen Anforderungen. Die Datenverarbeitung in Deutschland oder in der Europäischen Union erzeugt Vertrauen bei Ihren Kunden und stärkt die Kundenbindung.
  • Gestaltung: Sie können eine eigene Website weitaus freier gestalten, als dies innerhalb der Grenzen eines sozialen Netzwerks möglich ist.
  • Kontrolle über Online-Sichtbarkeit: Die eigene Domain ermöglicht Ihnen, weit oben in den Suchmaschinenergebnissen zu erscheinen und Inhalte der Konkurrenz nach unten zu verdrängen. So können Sie besser steuern, welche Informationen Nutzer über Sie finden. 
  • Kontinuität der Domain und E-Mail-Adresse: Verfügen Sie über eine eigene Domain sowie eine damit verknüpfte E-Mail-Adresse, bleiben diese im besten Fall für immer unter Ihrer Kontrolle. Beides unterstreicht Ihre Professionalität und Digitalkompetenz.

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Eigene Domain und soziale Netzwerke – gemeinsam stark

Eigene Domains sind aus den genannten Gründen zukunftssicher. Nebenbei können Sie Ihre eigene Domain auch in anderen Medien als dem Internet oder in E-Mails nutzen. Sie ermöglicht die Kommunikation auf weiteren Kanälen wie auf Plakaten, in Print-Anzeigen, auf Verpackungen oder auf Visitenkarten.

Eine Entscheidung für die eigene Domain ist zudem keine Entscheidung gegen soziale Netzwerke. Social-Media-Plattformen sind eine ideale Ergänzung für einen professionellen Webauftritt. Daher sollten Sie Ihre Möglichkeiten ganzheitlich nutzen und das Beste aus beidem verbinden.

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