SEO in der Internationalisierung: So werden Sie in neuen Märkten gefunden

Die Internationalisierung Ihres Online-Angebots gelingt nur dann, wenn auch Ihre SEO-Strategie stimmt. Aber es gilt: Andere Länder, andere Sitten. Lesen Sie hier, worauf Sie bei weltweiter Suchmaschinenoptimierung achten sollten.

SEO Global: Überall gefunden werden

SEO steht für Suchmaschinenoptimierung. Eine gute SEO-Strategie führt dazu, dass Sie im Netz von denjenigen Nutzern gefunden werden, die nach Ihrem Angebot suchen. Das gilt auf dem heimischen Markt genauso wie im Rest der Welt. Google ist fast überall mit weitem Abstand Marktführer – und setzt so den Standard, nach dem Sie Ihre Seite optimieren sollten.

Aber braucht es wirklich den Aufwand, für jedes Land, in dem Sie Ihr Angebot über das Netz verbreiten,  eigene Inhalte zu erstellen und zu optimieren? Die Antwort ist Ja: 40 Prozent aller potenziellen Kunden sind laut einer Studie von CSA Research nicht bereit, Produkte zu kaufen, wenn es keine offizielle Webseite in ihrer Muttersprache gibt. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Eine länderspezifische Website sorgt für mehr Vertrauen und Interesse an Ihrer Marke. Eine länderspezifische Domain fördert beides zusätzlich.

Übersetzung allein überzeugt nicht

Die einfachste Möglichkeit, eine lokalisierte Webseite zu erstellen, ist eine maschinelle Übersetzung. Doch diese ist aus mehreren Gründen nicht zu empfehlen: Zum einen sind automatisierte Übersetzungen fehleranfällig, zum anderen werden sie von Google im Ranking abgestraft.

Darüber hinaus benötigen Sie lokale SEO-Daten, also länderspezifische Keywords. Diese Schlüsselwörter werden durch Analyse-Tools oder durch die Kenntnis der lokalen Sprachbesonderheiten identifiziert und müssen gezielt in den Text eingearbeitet werden. Wenn Sie Sportschuhe in Südafrika über das Internet verkaufen wollen, sollten Sie neben »sneaker« und »trainer« auch den lokal Slang kennen: »takkies«. Das bedeutet, dass eine wörtliche Übersetzung – ob durch Mensch oder Maschine –  oft nicht ausreicht, um international im Netz Erfolge zu erzielen.

Für jeden Markt sind also eigene Website-Texte nötig – inklusive der Inhalte, die auf der Seite nicht sichtbar sind. Die SEO-Metadaten beinhalten Informationen, die Google in den Suchergebnissen berücksichtigt und ausspielt. Dazu gehören etwa die Textanreißer (meta description)  unter der Überschrift, die nach einer Google-Suche erscheinen. Außerdem werden vorhandene Bildbeschreibungen von Vorleseanwendungen erfasst und helfen so Menschen mit Sehbehinderung, Ihre Seite zu verstehen – idealerweise fehlerfrei und in ihrer Muttersprache.

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SEO jenseits von Google

Google mag weltweit den Suchmaschinenmarkt dominieren – in zwei Ländern sind jedoch lokale Konkurrenten die Platzhirsche. In Russland hat Yandex einen mit Google vergleichbaren Marktanteil, in China ist Baidu Marktführer.

  • Yandex: Russlands Antwort auf Google. Die SEO-Optimierung für Yandex funktioniert ganz ähnlich wie die für Google. Das ist praktisch, da sich die beiden Suchmaschinen in Russland den Markt aufteilen – im Sommer 2021 schlägt Google mit gut 53 Prozent Marktanteil, Yandex mit gut 44 Prozent zu Buche. Ein Unterschied ist allerdings, dass die Lokalisierungs- und Standortdaten bei Yandex in der Ausspielung von Suchergebnissen stärker gewichtet werden. Die russische Föderation erstreckt sich schließlich auf eine enorme Fläche und ein User in Omsk hat mitunter wenig Interesse an Suchergebnissen zu Angeboten in Moskau.
  • Baidu: Die Suchmaschine hinter Chinas Großer Firewall. Google ist in China gesperrt, hier ist eine andere Suchmaschine die Nummer 1: Baidu. Um in China zu ranken, ist eine .cn-Domain essenziell wichtig. .com-Domains werden zwar ebenfalls in den Suchergebnissen berücksichtigt, allerdings vom Algorithmus benachteiligt. Auch in der Webseitenstruktur ist Baidu wählerisch: Eine flache Domain-Struktur, möglichst ohne Sub-Domains, ist hier wichtig. Beim Web-Hosting werden lokale Server in China vorgezogen. Buttons westlicher Social-Media-Dienste werden in China automatisch geblockt und verlangsamen die Seite für den Endnutzer.

International gefunden werden

Mit Ausnahme von China und Russland bedeutet die Suchmaschinenoptimierung für andere Länder eine Neuausrichtung auf Google in der jeweiligen Landessprache. Dabei bildet eine gute SEO-Strategie einen wichtigen Eckpfeiler für die erfolgreiche Internationalisierung Ihres Online-Angebots. 

Besonders knifflig kann es werden, wenn Sie Länder mit Inhalten bespielen möchten, die zwar offiziell die  gleiche Amtssprache haben, in denen der Sprachgebrauch im Alltag aber deutlich divergiert. Haben Sie schon einmal britisches, amerikanisches, indisches und australisches Englisch gehört? Dann wissen Sie, dass Englisch, nicht gleich Englisch ist. Entsprechend unterschiedlich können Begrifflichkeiten und Schreibweisen sein  – und damit Suchbegriffe fürs Internet. 

Auch den Einsatz sogenannter “hreflang-Tags” sollten Sie in Ihre strategischen Überlegungen einbeziehen. Dieser Marker gibt Suchmaschinen eine Indikation, in welcher Sprache oder Sprachvariante ein Text verfasst ist und für welche Nutzer oder welche Nutzergruppe er dadurch besonders relevant ist.

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