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Tipps zur Namenswahl

Domains

Die 10 größten Fehler bei der Domainwahl

Die perfekte Adresse für Ihre Website ist meist eins: Vor dem geistigen Auge klar erkennbar, aber laut Verfügbarkeitsprüfung bereits vergeben. Bei dem Versuch, eine Alternative zu finden, verrennen sich Suchende oft in abstrusen Domainkreationen. Diese Fehler nach der Registrierung zu korrigieren, ist mit viel Aufwand und hohen Kosten verbunden. Lesen Sie, was es zu vermeiden gilt.

Zu lang, zu kompliziert oder erklärungsbedürftig

Eine gute Domain folgt der universellen Formel KISS (»keep it short and simple«). Im Idealfall erfüllt eine Domain folgende Kriterien:

  • Sie ist möglichst kurz.
  • Sie ist möglichst einfach.
  • Sie ist nicht erklärungsbedürftig.
  • Sie muss nicht buchstabiert werden.
  • Sie trifft die Erwartungen des Adressaten.

Auf diese Weise ist die Domain besser merkbar und weniger anfällig für Vertipper. Das schützt vor Typosquatting, spart Geld beim Marketing und sorgt für weniger Trafficverluste.

Eine Domain lässt im Idealfall nur eine Schreibweise zu. Je kürzer und etablierter das Wort ist, desto weniger Missverständnisse gibt es und umso besser finden User die Seite. Weicht eine Domain von der etablierten Schreibweise ab oder gibt es mehrere zulässige Schreibweisen, vervielfachen Sie die möglichen Domains und verwirren den User.

Der Bilderdienst flickr.com musste später die Domain mit der richtigen Schreibweise kaufen – flicker.com (mit e).

Nicht merkbar

Eine Domain sollte immer merkbar sein. Die Domain rzqt.de ist zwar kurz, aber schwer merkbar. Begriffe, die einen Sinn ergeben, sind grundsätzlich besser merkbar. Werden Wörter aus Fremdsprachen verwendet, leidet häufig die Merkbarkeit. Im Idealfall können Sie jemandem die Domain nennen, ohne sie zu erklären, und der Adressat erinnert sich auch noch nach einer Woche daran. Bei auto.de ist das der Fall – bei Kraftfahrzeuge-vom-Hinterhof-239.de nicht.

Ob Sie besser einen Fantasiename oder einen generischen Begriff für Ihren Domainnamen wählen, hängt von vielen Faktoren ab. Ohne Marketing-Budget ist ein Fantasiename zu Beginn schlechter gestellt. Die höhere Unterscheidungskraft, Schutzfähigkeit und damit die Abgrenzung von anderen Marken erfordert ein gutes Marketing und ein passendes Marketingbudget. Der Fantasiename Google ist heute jedem bekannt. 1999 hätten Sie womöglich nach gugel.com gesucht und an Topfkuchen gedacht.

Bindestrich falsch eingesetzt oder nicht registriert

Unter der Endung .de verfügen über 50% der registrieren Domains über einen Bindestrich. Die Trennungen verbessern meist die Lesbarkeit und Nutzer sind an die Verwendung gewöhnt. In den USA sieht das ganz anders aus: Der Bindestrich taucht nur in 5 % der .com-Domains auf und wird sogar als Dash of Death bezeichnet. Achten Sie also darauf, die Nutzung von Ihrem Zielmarkt abhängig zu machen.

Inhaber eine Bindestrich-Domain sollten dennoch zusätzlich die Variante ohne Bindestrich registrieren. Gleiches gilt für Inhaber einer Domain ohne Bindestrich. Die weniger populäre Variante kann den Traffic auf die Haupt-Domain weiterleiten.

Zahlen, Umlaute und Sonderzeichen in der Domain

Zahlen sind schwer merkbar, wenn der Kontext nicht stimmt. Während das Zahlenanhängsel 24 noch weitgehend verständlich ist und als Domainerweiterung universell eingesetzt wird, ist die Zahl 42 vorrangig unter Sci-Fi-Fans und Programmierern bekannt. Andere weben Zahlen als Buchstabenersatz in Worte ein und schaffen Konstrukte wie h4ck3r (Hacker). Auch die im Englischen weit verbreitete Verwendung der Zahl 4 für das Wort »for« oder 2 für »to« oder »too« führt zu weniger merkbaren Domains. Potenzielle Besucher sind dann unsicher, wie sie die Adresse der Website schreiben sollen.

Die Domain www.2fast4you.net lässt beispielsweise mehrere Schreibweisen zu:

2: 2, to, too, two
fast: fast
4: 4, four, for, fore
you: you, U

Technisch stellen Zahlen in der Domain aber kein Problem dar. Anders sieht es bei Umlauten und Sonderzeichen aus. Hierbei handelt es sich um IDN-Domains, die noch immer Probleme in E-Mail-Programmen und Browsern verursachen. Von einer gewerblichen Nutzung raten wir deshalb ab.

Falsche Keywords aussuchen

Eine Domain mit Keywords kann sich für die Suchmaschinenoptimierung vorteilhaft sein und Ihrer Website mehr Traffic bescheren. Tipp: Wählen Sie die passenden Keywords mit dem höchsten Suchvolumen. Synonyme, die nicht gesucht werden, führen im schlimmsten Fall dazu, dass der Inhaber der Domain mit dem populären Keyword Ihren Traffic verwertet. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Sie durch richtig gewählte Synonyme zusätzlichen Traffic einsammeln können, den Sie auf Ihre Hauptdomain weiterleiten können.

Besser: fahrrad-kaufen.de als drahtesel-erwerben.de
Besser handy-reparieren.de als mobiltelefon-instand-setzen.de

Falsche Domainendung wählen

Die Versuchung auf eine andere Endung auszuweichen ist groß, wenn .de und .com bereits belegt sind. Der Nachteil: Bei weniger verbreiteten und unbekannteren Endungen neigen viele Nutzer dazu, auf der Suche nach Ihrer Seite eine etablierte Endung wie .de oder .com anzuhängen. Sollte fahrrad-kaufen.de bereits eingetragen sein, weichen Sie deshalb lieber nicht einfach auf fahrrad-kaufen.cc aus, Ihre potenziellen Kunden könnten sonst versehentlich auf der vergebenen .de-Domain landen.

Rechtsform in Domain aufnehmen

Wer eine Rechtsform wie GmbH oder AG in den Domainnamen aufnimmt, sorgt für eine unnötige Verlängerung und wirkt zudem eher spießig als zukunftsorientiert. Im schlimmsten Fall ändert sich die Rechtsform später und die Domain passt nicht mehr zum Unternehmen. Für einen internationalen Auftritt ist dieser Ansatz zudem ungeeignet, weil die deutschen Rechtsformen im Ausland nicht immer bekannt sind.

Unternehmen, die entgegen der Empfehlung die Rechtsform in der Domain abbilden möchten oder eine defensive Registrierung wünschen, können die Rechtsform als Top-Level-Domain wählen. Inzwischen gibt es neue Endungen und existierende Länderendungen, die einige Unternehmensformen abbilden, wie beispielsweise .ag, .gmbh, .llc und .inc. Diese Endungen sind allerdings bislang weniger etabliert.

Missverständliche Domains registrieren

Domains können Missverständnisse verursachen – innerhalb der eigenen Sprache, aber auch in anderen Sprachen. Wenn Sie auf Bindestriche verzichten müssen, besteht beispielsweise die Gefahr ungewollt für Zweideutigkeiten zu sorgen: penisland.com vs. pen-island.de.

Mangelnde Fremdsprachenkenntnisse können ebenfalls dazu führen, dass Ihr Domainname in einem anderen Land eine ungewollte und peinliche Bedeutung bekommt. So wurden die Cornflakes ohne Konservierungsstoffe einer englischen Werbeagentur in Frankreich zu »corn flakes sans préservatifs« (Cornflakes ohne Kondome). Prüfen Sie die Domains besser rechtzeitig mit Unterstützung durch Muttersprachler.

Marken verwenden

Unterlassen Sie die Verwendung von Marken in Domains, wenn Sie sich nicht gut damit auskennen und Ärger vermeiden wollen. Markeninhaber tolerieren nicht, dass Sie versuchen ihre teuer aufgebaute Marke zu monetarisieren. Vermeiden Sie einen teuren und geschäftsschädigenden Rechtsstreit durch eine sorgfältige Recherche im Vorfeld. Lassen Sie sich im Zweifel von einem auf Markenrecht spezialisierten Anwalt beraten.

Es ist grundsätzlich besser, die eigene Adresse von anderen Angeboten abzugrenzen – nicht nur aus juristischen Gründen. Ähnelt Ihre Domain einer Konkurrenz-Domain, riskieren Sie, Ihre Kunden zu verlieren.

Domain-Namen nicht testen

Wenn Sie Ihre Domain gewählt haben, gleichen Sie sie am besten mit Antoine de Saint-Exupérys Definition von Perfektion ab: »Vollkommenheit entsteht nicht dann, wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.«

Ob Sie eine gute Domain gefunden haben, lässt sich leicht überprüfen: Senden Sie Ihre Wunschdomain per Sprachnachricht an Ihre Bekannten und bitten Sie diese, die Domain getippt an sie zurück zu senden. Sagen Sie die Domain nur einmal, ohne sie zu buchstabieren. Erhalten Sie Ihre Domain richtig getippt als Antwort, haben Sie eine gute Domain ausgewählt.

Erfahren Sie mehr darüber, was Sie bei Ihrer Domain-Strategie beachten sollten: In unserem kostenlosen Whitepaper »Domain-Strategie. Von Namenswahl zu Markenrecht« finden Sie viele nützliche Hinweise zu Themen wie Domainwahl und Markenschutz.

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