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Offpage-SEO: Maßnahmen, Tipps und Tools für Einsteiger

Bei SEO denken die meisten zunächst an die suchmaschinengerechte Optimierung einer Webpräsenz, das Onpage-SEO. Doch umfasst der Begriff eine ganze Teildisziplin, die sich vollständig abseits der eigentlichen Website abspielt. Welche grundlegenden Aspekte dieses sogenannte Offpage-SEO abdecken sollte, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.

Was bedeutet Offpage-SEO?

Der Begriff Offpage-SEO umfasst alle Maßnahmen der Suchmaschinenoptimierung, die außerhalb der zu optimierenden Website stattfinden und das Google-Ranking verbessern. Zu den wichtigsten Faktoren gehören Backlinks – Verlinkungen anderer Websites auf die eigenen Inhalte – sowie Social Signals, Local SEO und grundlegende Maßnahmen des Markenaufbaus.

Wie im Onpage-SEO steht auch im Offpage-SEO ein Aspekt über allem: hochwertiger, nutzerfreundlich präsentierter Content. Haben Sie sich also bereits um die inhaltliche, strukturelle und technische Optimierung Ihrer Website gekümmert, haben Sie damit die perfekte Grundlage Ihrer Offpage-Strategie geschaffen.

Starker Content befeuert Linkbuilding

Google liebt Content, der den Nutzern einen Mehrwert bietet und sie zufriedenstellt. Idealerweise sind Ihre Inhalte dabei so nutzwertig, dass Seitenbesucher sie selbst weiterverbreiten wollen, etwa durch Verlinkungen auf ihren eigenen Seiten. Sogenannte Backlinks bilden das Rückgrat einer erfolgreichen Offpage-SEO-Strategie und positionieren Sie als Autorität auf Ihrem Gebiet.

Domain Authority durch Backlinks visualisiert
© united-domains

Aber aufgepasst: Auch wenn Sie sich hypothetisch zahlreiche Verlinkungen auf einer namhaften Website sichern, ist die rein quantitative Linkpopularität auf einer Seite gar nicht mal so viel wert. Denn starke Backlinks hängen weitaus eher von anderen Faktoren ab.

Wertvolle Backlinks durch Domain Authority und Diversität

Sicher, es ist großartig, wenn einzelne Seiten gerne und oft auf Sie verlinken. Viel wichtiger als die reine Linkquantität ist jedoch die Qualität Ihrer Backlinks und eine gewisse Domain-Diversität. Wir schlüsseln die wichtigsten Kriterien der Linkbewertung durch Google für Sie auf:

  • Domain-Diversität – Vereinzelte Backlinks vieler verschiedener, einzigartiger Domains sind zahlreichen Links einiger weniger Domains vorzuziehen.

  • Autorität – Link ist nicht gleich Link. Verweise von hoch rankenden Authority-Websites werden stärker gewichtet. Je höher die Autorität der verlinkenden Website, desto mehr Autorität wird an Ihre Website weitergereicht.

  • Themenrelevanz – bieten die verlinkenden Seiten einen thematischen Bezug zur Zielwebsite? Beispiel: Betreiben Sie eine Website für Wanderschuhe, sind Links anderer Schuhexperten oder auch Outdoor-thematischer Seiten wertvoller als die abweichender Themenbereiche.

  • Linkposition – Links, die in inhaltlichem Zusammenhang auftauchen, werden höher bewertet als solche in Navigationsleisten und anderen Page-Elementen.

  • Anchor-Text – der Linktext sollte einen Bezug zu der verlinkten Website und deren Inhalt (Fokus-Keyword) herstellen – ohne dabei künstlich zu wirken.

  • nofollow-Attribut – Links, die mit dem HTML-Zusatz rel=“nofollow“ versehen sind, signalisieren Google, dass keine Autorität auf die verlinkte Website weitergegeben werden soll. Beachten Sie dies bei der Bewertung Ihrer Backlinks!

Es bleibt festzuhalten: Umso mehr unterschiedliche Webangebote auf Ihre Inhalte verweisen, desto relevanter wirkt Ihr eigener Webauftritt gegenüber Google. Wie die Anzahl der verlinkenden Domains mit dem organischen Traffic einer Website korreliert, geht etwa aus einer Ahrefs-Studie hervor.

Verlinkende Domains und Such-Traffic graphisch dargestellt
© Ahrefs

Sie können den Ausbau Ihres Backlink-Katalogs auch manuell befeuern. Bei Gastbeiträgen in fachrelevanten Blogs (oder anderen Kooperationsformen) können für Sie etwa wertvolle Verlinkungen herausspringen. Recherchieren Sie dafür nach Seiten und Publikationen, die thematisch passen, bereits eine gewisse Reputation genießen und an einer Zusammenarbeit interessiert sein könnten.

Achtung: Die Verlockung ist groß, sogenannte Linkpartnerschaften mit anderen Websites einzugehen. Diese Methode ist mit Vorsicht zu genießen, weil Google ganz gut darin geworden ist, plakatives »Hin-und-her-Gelinke« ohne großen kontextuellen Mehrwert zu erkennen. Noch verpönter ist der Kauf von Backlinks. Auch diese Praxis widerspricht den Google-Richtlinien und wird entsprechend im Ranking bestraft.

Generell ist es sinnvoll, Beziehungen zu Branchengrößen aufzubauen und zu pflegen. Dann wird es auch wahrscheinlicher, dass potenzielle Multiplikatoren Ihre Inhalte entdecken und mit der Welt teilen.

Öffentlichkeitsarbeit, Reputation, Markenaufbau

Erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung ist ungemein nachhaltig. Ihre Inhalte werden zum Schneeball: Je mehr Autorität sie sammeln, desto schneller und erfolgreicher werden Sie. Gleichzeitig zahlt die daraus resultierende Reputation und Popularität Ihrer Marke ebenfalls wieder auf Ihr Suchmaschinenranking ein. Wir halten fest: Teilenswerte Inhalte stärken Ihre Marke, Ihre Marke wiederum verbessert die Sichtbarkeit Ihrer Inhalte.

Offpage-SEO als Kreislauf
© united-domains
Tipp: Weil Google seinen Nutzern bestmögliche Suchergebnisse ausspucken möchte, bevorzugt der Suchmaschienenriese Unternehmen, die einen guten Ruf genießen. Google Trends hilft Ihnen, die Popularität Ihrer Marke langfristig – und auch rückwirkend – im Blick zu halten.

Gezielte PR-Maßnahmen können Ihnen dabei helfen, Ihre Marken- und Suchmaschinenpräsenz im Internet zusätzlich zu befeuern:

  • Pflegen und erweitern Sie Ihren Presseverteiler.
  • Veranstalten Sie Webinare und Produktpräsentationen.
  • Nehmen Sie an Messen teil.
  • Veranstalten Sie Rabattaktionen und Gewinnspiele.
  • Starten Sie Kooperationen.
  • Veranstalten Sie (saisonale) Events.

Bauen Sie Ihre Marke auf, sammeln Sie ganz natürlich Erwähnungen und Links im Netz. Damit ist die Markenbildung zwar keine zwingend einfache, definitiv aber eine sehr lohnende und nachhaltige Offpage-SEO-Maßnahme. Eine große Rolle spielen dabei auch die sozialen Netzwerke.

Social Signals als indirekte Ranking-Treiber

Der genaue Einfluss, den Backlinks aus sozialen Netzwerken auf Ihr Google-Ranking haben, ist unter Experten nach wie vor umstritten. Sogenannte Social Signals berücksichtigen Googles Algorithmen kaum bis gar nicht für das Suchmaschinenranking – zu kurzlebig, teilweise unzugänglich und manipulierbar sind Shares, Likes, Kommentare und Co.

Trotzdem wirken sich Social Signals indirekt auf Ihr Ranking aus, da soziale Medien heutzutage unentbehrlich für den Aufbau einer starken Marke sind. Als Teil des öffentlichen Diskurses werden Sie eher von potenziellen Kunden und Mitbewerbern wahrgenommen und stärken damit Ihre Reputation. Fremde Webangebote mit hoher Domain Authority werden hier potenziell auf Ihre Inhalte aufmerksam und teilen diese. So generieren Sie organisch wertvolle Backlinks.

Die Grundlage dafür sind – einmal mehr – starke, teilenswerte Inhalte. Aber auch ein aktives Social-Media-Management mit reger Kundeninteraktion baut Ihre Markenpräsenz aus. Über prominent platzierte Social-Share-Buttons auf Ihrer Website machen Sie es Nutzern zudem einfach, Ihre Inhalte mit der Welt zu teilen.

Über soziale Medien werden potenziell weltweit Menschen auf die aufmerksam. Bei aller Weitsicht sollten Sie – je nach Geschäftsmodell – aber auch Ihr näheres Umfeld nicht außer Acht lassen.

Local SEO – durch Google My Business

Local SEO ist insbesondere für lokale und regionale Unternehmen wie Einzelhändler und Restaurants wichtig. Mit diesem Aspekt der Suchmaschinenoptimierung möchte Google Nutzer zufriedenstellen, die eine Suchanfrage mit starkem lokalem Bezug stellen.

Wo kann man in Köln seine Wanderschuhe reparieren lassen? Und gibt es in dem kleinen 500-Seelen-Dorf im Urlaub eigentlich ein gutes italienisches Restaurant? Bei spezifischen Suchanfragen dieser Art haben lokale Unternehmen gute Chancen, sich besonders hervorzutun.

© united-domains

Sie können Ihr lokales SEO durch ganz herkömmliche Suchmaschinenoptimierung verbessern. Zusätzlich sollten Sie Ihr Geschäft jedoch auf Google My Business registrieren. Mit einem Unternehmensprofil können Sie genau einstellen, wie Sie sich in der Google-Suche und auf Google Maps präsentieren.

Tipp: In der Suche lokaler Geschäfte ist die Smartphone-Optimierung Ihrer Website ganz besonders wichtig, weil die meisten Suchanfragen dieser Art von Unterwegs stattfinden. Überprüfen Sie die Mobile-Tauglichkeit über Googles Tool zum Test auf Optimierung für Mobilgeräte.

Auf Ihrer »Google My Business«-Seite haben Kunden die Möglichkeit, Bewertungen zu hinterlassen. Ebenfalls gibt es einen Link auf die offizielle Unternehmenswebsite sowie Angaben wie die Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Fotos. Haben Sie all diese Details hinterlegt, präsentieren Sie sich professionell und transparent – und steigern die Wahrscheinlichkeit, dass Google Sie bei lokalen Suchen ins Rampenlicht rückt.

Backlink-Tools für die Offpage-Analyse

Wie in der Onpage-Optimierung gibt es auch zum Thema Offpage-SEO verschiedene kostenfreie und kostenpflichtige Tools, die die Ergebnisse Ihrer Bemühungen greifbarer machen. So können Sie etwa die Quantität und Qualität Ihrer Backlinks analysieren. Wir stellen Ihnen exemplarisch drei beliebte Tools vor.

Ahrefs Backlink Checker

Die Benutzeroberfläche des Ahrefs Backlink Checker
© united-domains / Ahrefs

Funktionen:

  • Anzahl der Backlinks
  • Anzahl der verweisenden Domains
  • Domain- und URL-Bewertungen
  • Gratisversion, voller Funktionsumfang kostenpflichtig

» Zur Website: Ahrefs Backlink Checker

Monitor Backlinks

Die Benutzeroberfläche von Monitor Backlinks
© united-domains / Monitor Backlinks

Funktionen:

  • Trust Flow
  • Citation Flow
  • Anzahl der Backlinks
  • Anzahl einzigartiger Domains
  • Backlink-Alerts, Konkurrenzinformationen und mehr
  • Gratisversion, voller Funktionsumfang kostenpflichtig

» Zur Website: Monitor Backlinks

Majestic SEO

Die Benutzeroberfläche von Majestic SEO
© united-domains / Majestic SEO

Funktionen:

  • Topical Trust Flow
  • Citation Flow
  • Anzahl der Backlinks
  • Anzahl einzigartiger Domains
  • Gratisversion, voller Funktionsumfang kostenpflichtig

» Zur Website: Majestic SEO

Der Einsatz von SEO-Tools empfiehlt sich zu Beginn sowie während der aktiven Phase Ihrer Suchmaschinenoptimierung. Starten Sie mit einer Bestandsaufnahme: Wie viele Backlinks haben Sie schon gesammelt? Welche Seiten verlinken tendenziell besonders gerne zu Ihnen? Gibt es Authority-Seiten, die sie noch für sich gewinnen möchten?

Bauen Sie Ihre Offpage-Strategie entsprechend erster Analysen auf und optimieren Sie sie langfristig, indem Sie die Zahlen im Blick behalten. Auf diesem Weg können Sie Ihr Suchmaschinenranking dauerhaft optimieren und so Ihren Seiten-Traffic nachhaltig steigern.

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